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Das „Maturity“-Modell für die Instandhaltung in Verkehrsgesellschaften

November 11, 2020

Wenn Sie den Zug, den Bus oder die Fähre nehmen, erwarten Sie, dass Sie pünktlich ans Ziel kommen. Die Gewährleistung der einwandfreien Instandhaltung dieser Assets kann indes ein schwieriges Unterfangen darstellen, selbst für digital versierte Betriebsverantwortliche. Welche Assets müssen sofort auf die nächste Wartungsstufe aufgerüstet werden, welche können warten? Was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Wartungsstufen? Welche Technologien sind erforderlich, um unterschiedliche „Reifegrade“ zu erreichen? Wo steht das Unternehmen aktuell auf der „Maturity“-Skala?

Die fünf Stufen im „Maturity“-Modell für die Instandhaltung

Moderne Instandhaltung wird typischerweise in fünf „Reifegrade“ unterteilt. Eine optimale EAM-Strategie wickelt die Instandhaltung auf allen „Maturity“-Stufen ab, je nachdem, wie kritisch eine Anlage für das Erreichen der Geschäftsziele ist.

Reaktiv: Bei der reaktiven Instandhaltung werden Assets nach einem Defekt oder einer Fehlfunktion repariert. Bis zu den heutigen technologischen Innovation war (und ist) dies im Verkehrswesen eine gängige Praxis. Hierin liegt der Unterschied zwischen der Reparatur eines geplatzten Reifens und der Vorhersage eines Reifenversagens auf der Grundlage von Variablen wie Reifendruck, gefahrene Entfernung, Alter, Zustand und Profiltiefe.

Präventiv: In präventiven Instandhaltungsstrategien wird versucht, einen Defekt zu verhindern, indem Fahrzeuge und Ausrüstung in vorher festgelegten Intervallen gewartet werden. Es handelt sich um den nächsten Schritt zur „Maturity“ in der Instandhaltung. Dazu gehört u. a. die Berücksichtigung des vom OEM vorgegebenen präventiven Wartungsplans für Busse, Schienenfahrzeuge sowie die unterstützende Infrastruktur. Dies hat auch Gewicht für Gewährleistungsansprüche, die an die ordnungsgemäße Dokumentation der präventiven Wartung gekoppelt sind. Präventive Wartung ist an sich besser als der rein reaktive Ansatz, dennoch kann er sich als ineffizient und kostspielig erweisen und unnötige Ausfallzeiten mit sich bringen.

Zustandsabhängig: In der zustandsabhängigen Instandhaltung werden rund um einen Single Point of Failure Warnmeldungen ausgegeben – basierend u. a. auf von On-Board-Telematiksystemen gesammelten Daten. Dies ist hilfreich für Systeme mit primären Schwachstellen, spiegelt jedoch nicht den Zustand der Assets als Ganzes wider.

Prädiktiv: Die Vorhersage von Anlagenausfällen ist mit dem Aufkommen von Algorithmen und Sensortechnologien einfacher geworden, die Daten von verschiedenen Subsystemen überall und jederzeit erfassen. Die Informationen werden über eine Cloud-basierte Umgebung übertragen, wo sie analysiert und den verschiedenen Interessengruppen zur Entscheidungsfindung in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden können.

Präskriptiv: Das immer beliebtere präskriptive Modell geht noch einen Schritt weiter als die prädiktive Instandhaltung: Probleme werden hier nicht nur identifiziert, noch ehe sie auftreten, sondern es werden auch die Prozesse und Mitarbeiter bestimmt, die zur Abwendung von Fehlfunktionen erforderlich sind, und es werden mögliche Abstellmaßnahmen definiert. Dieses Konzept eröffnet zudem Einblicke in mögliche Punkte eines Anlagenausfalls, z. B. wann – und vor allem warum – der Defekt auftreten kann. Ein bevorstehender Motorschaden aufgrund von Überhitzung, Vibrationen, Emissionen und auch Geräuschen könnte etwa auch bedeuten, dass der Ölstand in der Anlage zu niedrig ist. Das könnte dann einen Arbeitsauftrag für die Inspektion, Identifizierung und Reparatur auslösen.

Asset-Management ist eine Reise zu einem ständig neuen Ziel. Technologie bietet Ihnen dafür die nötige Orientierungshilfe. Wenn Sie mehr über wichtige Neuerungen für das Asset-Management im Verkehrswessen (TAM) erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den Download unseres Best-Practice-Leitfadens zur Sicherheit und Zuverlässigkeit im öffentlichen Personenverkehr.

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