Herausforderungen in der Supply Chain für Chemiehersteller

Januar 29, 2020

Um heutzutage in der Chemie-Branche wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Hersteller ein hohes Maß an betrieblicher Produktivität aufrechterhalten. Darüber hinaus machen es aktuelle Probleme wie die rasche Kommerzialisierung, komplexe Lieferketten, die Überalterung von Ressourcen und der gestiegene Bedarf an dynamischer Betriebsplanung schwieriger als je zuvor, das Produktivitätsniveau zu erreichen, welches Differenzierung und Innovation vorantreibt. Hersteller sind oft in Muster verstrickt, in denen sie kurzsichtige Kostensenkungsmaßnahmen umsetzen, die sich negativ auf die betriebliche Produktivität auswirken und die allgemeine Reaktionsfähigkeit des Marktes verringern können.

Um sicherzustellen, dass Sie nicht in diese Falle tappen, ist es wichtig, dass Sie nicht nur die industriellen Herausforderungen verstehen, denen Sie gegenüberstehen, sondern auch die wichtigsten Trends erkennen, die die Fertigung verändern. Dieses Hintergrundwissen ist der erste Schritt, um eine Grundlage für die digitale Transformation zu schaffen.

Dieser Blog-Beitrag ist eine hilfreiche Zusammenfassung der wichtigsten Herausforderungen, denen die Supply Chain in der heutigen Zeit gegenübersteht. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie eben diese Hindernisse in Chancen verwandeln können, lesen Sie bitte unseren aktuellen Executive Brief (aktuell nur in englischer Sprache verfügbar), um noch tiefer in das Thema einzutauchen.

Supply Chain Komplexität

Die Produktion kann im Chemie-Bereich kontinuierlich oder chargenweise erfolgen. Verschiedene Ströme und chemische Prozesse können zusammengeführt oder aufgeteilt werden und Zwischenprodukte (Schüttgüter) oder Fertigerzeugnisse können hergestellt und für verschiedene Anlagenkombinationen mit unterschiedlichen Ausgangspunkten auf Lager oder nach Bestellung (MTO) gefertigt werden. Diese Variablen erschweren die Planung, die Kostenberechnung, die Formulierung und das Qualitätsmanagement, da die Lieferkette dem ständigen Druck ausgesetzt ist, Ausfallzeiten der Anlagen zu minimieren und die Auslastung der Anlagen zu maximieren.

Darüber hinaus können Chemieunternehmen häufig nicht die vollständige Reichweite ihrer Produkte vorhersehen, die oft nur einen Zwischenschritt in Richtung eines anderen Endprodukts darstellen, welches in der Regel nachgelagert hergestellt wird. Darüber hinaus unterliegt die chemische Fertigungsindustrie aufgrund der Beschaffenheit ihrer Materialien und Produkte einer ständigen behördlichen Überwachung und muss diese Anforderungen erfüllen, während sie gleichzeitig mit diesem Druck in der Supply Chain umgehen muss.

Die Folge solcher Komplikationen ist eine geringe Produktivität, die häufig unentdeckt bleibt, weil die Belegschaft lediglich versucht, mit veralteten, wenig passenden oder schlecht integrierten Softwarelösungen weiterzuarbeiten. Die heutige rasante Technologielandschaft hat jedoch die Art und Weise verändert, wie Geschäfte heutzutage abgewickelt werden. Tatsächlich stellt Accenture in einem Bericht von 2019 Folgendes fest: „Infolge aller technologischen Störungen wird die typische Abfolge der Aktivitäten von der Erfassung der Kundennachfrage bis zur Erfüllung eines Auftrags bald ganz anders aussehen als heute.“ Die Herausforderungen in der chemischen Industrie haben sich verändert - und werden sich auch weiterhin verändern.

Unvorhersehbarkeit von Angebot und Nachfrage

Lieferketten sind launisch. Störungen können überall im Versorgungsökosystem auftreten und Welleneffekte entlang der Wertschöpfungskette hervorrufen.

Durch die rasche Vermarktung innerhalb der Chemie-Branche verfügen Kunden beispielsweise häufig über zahlreiche Bezugsquellen, aus denen sie die benötigten Materialien beziehen können. Wenn Sie das, was Ihre Kunden benötigen nicht in gewünschter Menge und zum gewünschten Preis vorrätig haben, dann werden sich an einen Ihrer Wettbewerber wenden.

Und weil die Chemiehersteller (und ihre Kunden) oft so weit oben in der Wertschöpfungskette stehen, können sie dem „Bullwhip-Effekt“ zum Opfer fallen - kleine Veränderungen, die sich am „Tip of the tail“ (Endmarkt) niederschlagen verwandeln sich in große Veränderungen wenn diese den „Grip Handle“ (Produzent) erreichen.

All dies geschieht in miteinander verbundenen globalen Wirtschaftszyklen, die sich gegenseitig beeinflussen. In einem solch dynamischen Umfeld kann es äußerst schwierig sein, genaue Vorhersagen zu treffen. So viel, dass sogar bestätigte Bestellungen verschoben werden können, was es für Hersteller problematisch macht, die rentabelsten Anforderungen zum richtigen Zeitpunkt zu erfüllen.

Filed Under
  • Supply Chain
Industry
  • Chemie
Region
  • EMEA
Let’s Connect

Wir melden uns in Kürze

Or connect via: Linkedin