Globales Wachstum macht Hersteller optimistisch

Februar 6, 2018
Gelegenheiten ergreifen, das Eisen schmieden, solange es heiß ist, drängen Experten

Weltweit scheinen sich die Ökonomen hinsichtlich einer Sache einig zu sein: Die Hersteller haben endlich etwas zu Feiern. Die Aussichten sind gut. Ein Wachstumsfenster öffnet sich für diejenigen, die bereit sind, sich bietende Gelegenheiten zu ergreifen. Die positiven Zeichen sind vielerorts zu finden. Sie reichen von Produktivitätsberichten hin zu Prognosen für Konsumausgaben, Bautätigkeit und einer weltweit expandierenden Mittelschicht. Wellen der digitalen Transformation sorgen für veränderte Geschäftsmodelle, steigern die Investitionen in Technologie, fördern die Innovation und bringen erstaunliche neue Produkte hervor.

Aber in jedem Zyklus gibt es Höhen und Tiefen, wie allgemein bekannt sein dürfte. Nun, da die verarbeitende Industrie diese Hochphase erlebt, ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein und die Zeit gut zu nutzen. Es kann sein, das die günstigen Bedingungen nicht ewig anhalten.

Ist den guten Nachrichten zu trauen?

Einige Hersteller, die noch ihre Wunden von der Großen Rezession lecken, mögen skeptisch sein und sich fragen, ob dieser neue positive Vibe real ist oder Schall und Rauch.

Die Antwort lautet: Glaubt es. Daten untermauern die Behauptungen und angesehene Analysten verkünden es. „Die Weltwirtschaft ist Anfang 2018 stark. Das Wirtschaftswachstum in den USA, der Europäischen Union, Japan und China hat 2017 zugenommen, und große Schwellenländer nehmen auch wieder Fahrt auf. Weltweit liegen die Wachstumsprognosen für 2018 bei über 3,9 %. An den Börsen werden Rekordstände verzeichnet. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig und die Löhne beginnen zu steigen“, so Brookings.

Der BBCzufolge ist die verarbeitende Industrie in Großbritannien im Wachstum begriffen und die Produktionsleistung auf dem höchsten Stand seit 10 Jahren. In der Tat nimmt die Produktion so stark zu wie zuletzt Anfang 2008, nachdem im November der siebte Wachstumsmonat in Folge zu verzeichnen war.

Projekte rund um erneuerbare Energien, Boote, Flugzeuge und Autos für den Export haben zu dem beeindruckenden Wachstum von 3,9% Ende 2017 beigetragen, so der Artikel. Der Autor weist auf zwei Faktoren hin: eine schwächere Währung und globales Wachstum.

Der Wertverlust des britischen Pfunds infolge des Brexit-Referendums hat zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit britischer Exporte geführt, so Kamal Ahmed, BBC-Wirtschaftsredakteur.

Er schreibt: „Und erstmals seit der Finanzkrise läuft die Wirtschaft in den drei Hauptmotoren des weltweiten Wachstums (den USA, China und Europa) gleichzeitig auf Hochtouren. Das führte beispielsweise zu einem rapiden Anstieg der Automobilexporte, was zu einer Verringerung des Handelsdefizites mit dem Rest der Welt beitrug.“

Lee Hopley, Chefvolkswirt beim Herstellerverband EEF, sagt: „Die Hersteller im Vereinigten Königreich standen Ende 2017 großenteils gut da; die Mehrheit der Teilsektoren konnten ein Wachstum verzeichnen.“

Die Hersteller gehen für das kommende Jahr davon aus, dass Produktions- und Exportwachstum das Jahr über anhalten werden, gestützt von einer florierenden Weltwirtschaft. „Sie sagt: Das, zusammen mit einer anhaltenden Zusage der Regierung, seine industriepolitische Strategie umzusetzen, wird entscheidend dafür sein, den Sektor weiter voranzubringen.“

Hopley nahm kürzlich an einem Webinar mit Infor und IndustryWeek teil und legte ihre Prognosen für die Zukunft dar. Sie können eine Aufzeichnung der Veranstaltung hier herunterladen.

In den USA bringt Bloomberg ebenfalls gute Nachrichten für die verarbeitenden Industrie in den USA; es wird eine erhöhte Verbrauchernachfrage prognostiziert.

Tatsächlich könnte diese Nachfrage die aktuellen Lagerbestände übersteigen und die Hersteller zur Expansion bewegen oder zur Preiserhöhung. Bloomberg prognostiziert, dass US-Hersteller die Lagerbestände um $ 50 Mrd. erhöhen müssten, um der Nachfrage gerecht zu werden. Bei den Herstellern, die darauf brennen, die Produktion zu erhöhen und in eine Expansion zu investieren, ist die erhöhte Nachfrage eine gute Neuigkeit.

„Die gewerbliche Produktion in den USA hatte gerade ihr bestes Jahr seit 2011, manche sagen jedoch, dass es nach 2017 nicht weiter aufwärts gehen wird und eine Konjunkturabschwächung bevorsteht. Wir sind der Ansicht, dass das Gegenteil wahrscheinlicher ist: Die Werksleistung wird zunehmen. Investoren, die besorgt sind, dass die Lage am Aktienmarkt angespannt ist, sollten tapfer sein. Ein stärkeres Wachstum der Werksleistung ist ein guter Grund dafür, zyklisch orientiert zu bleiben...stärkere globale Wachstumserwartungen und ein schwächerer Dollar sollten helfen, da Produktionserzeugnisse etwa die Hälfte aller Exporte darstellen“, so Bloomberg View.



Nun eine Warnung

Es kann nicht ewig so weitergehen.

„Aber politische Entscheidungsträger müssen sich im Klaren darüber sein, dass die aktuell gute Wirtschaftslage durch ein Zusammenspiel von Faktoren entstanden ist, die wahrscheinlich nicht lange so bleiben. Es mag scheinen, als hätten wir die weltweite Finanzkrise wirklich hinter uns gelassen, aber wenn wir nicht zügig handeln und gegen strukturelle Wachstumshemmnisse vorgehen, uns für ein umfassenderes Wachstum einsetzen und widerstandsfähiger werden, dann wird die nächste Konjunkturabschwächung früher kommen und schwerer zu bewältigen sein", so Maurice Obstfeld im Blog des Internationalen Währungsfonds.

Nach einem Jahrzehnt der langsamen Erholung, der fragilen Finanzmärkte und der unsicheren globalen Stabilität, scheint endlich Zeit zum Feiern zu sein für die Hersteller. Die Branche wächst wieder kräftig. Der Optimismus hat einen neuen Höhepunkt erlangt nun, da Hersteller wieder in IT-Infrastruktur investieren und Begriffe wie Industrie 4.0, Smart Factories, Digitale Transformation und 4IR (4. Industrielle Revolution) an Innovation denken lassen. Aber die Hersteller müssen wachsam bleiben, was ihre Strategien angeht, und darauf achten, sich auf Projekte zu konzentrieren, die zu positiven Ergebnissen führen und für nachhaltiges Wachstum sorgen.

Die Hersteller können feiern, müssen aber aufmerksam bleiben. Es wird entscheidend sein, dass aktuelle Möglichkeiten mit einem strategischen Plan ergriffen werden. Agilität ist von höchster Bedeutung. Das Treffen souveräner Entscheidungen auf Grundlage von Business Intelligence ist auch wichtig. Moderne Softwarelösungen geben Herstellern diese Werkzeuge an die Hand.

R "Ray" Wand von Constellation Research spricht in dem Bericht "Neun Startpunkte für digitale Transformation in der Fertigung; digitale Trends signalisieren eine kommende Wiederbelebung der Fertigungsindustrie" über die Fähigkeit von Software, das Wachstum stark zu beschleunigen.

In dem Bericht sagt Wang, „...digitale Transformation in der Herstellung wird nicht nur für starkes Wachstum sorgen, sondern auch das Umfeld für eine Wiederbelebung der Fertigungsindustrie schaffen... Entscheidungsträger sollten sich zunächst auf die Schaffung neuer Geschäftsmodelle konzentrieren und dann darauf, Erfolg mit unterstützenden disruptiven Technologien zu ermöglichen.“

Der entscheidenste Rat, den Experten weltweit heute geben, lautet: Nutzen Sie diese Wachstumsperiode jetzt. Es steht viel auf dem Spiel. Es geht um alles oder nichts. Haben Sie die Technologie, die sie brauchen, um zu gewinnen?

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