Im Eiltempo an die Spitze

Januar 24, 2018
Industry 4.0 und Workforce Management

Wenn es um die vierte industrielle Revolution und „Industry 4.0“ geht, kommen in nahezu jedem Artikel zwei zentrale Begriffe vor: „digital“ und „intelligent“. Sie stehen für völlig veränderte Rahmenbedingungen in der modernen Fertigung, was die Befähigung der Mitarbeiter und ihre Produktivität anbelangt. Der Zugang zu Personalressourcen, Anlagen, Geräten, Fertigungslinien, Logistik und Kapazitäten ist heute eine Voraussetzung, um effizient und konkurrenzfähig zu bleiben. Massive Arbeitskosten durch unproduktive Tätigkeiten, Überstunden und nicht ausgelastete Fertigungsanlagen gehören der Vergangenheit an – ebenso wie viele der Unternehmen, die sich weigern, mit der Zeit zu gehen. Um sich davon zu überzeugen, genügt ein Blick auf die Verschiebungen in der Liste der Fortune-500-Unternehmen in den letzten zehn Jahren.

Digital UND Intelligent

Überlegen Sie einmal. Mit welchem System in Ihrem Unternehmen haben die Mitarbeiter tagtäglich – und meistens mehrmals am Tag – zu tun? Nein, weder das ERP-, Lohnabrechnungs- oder das HR-System, noch das Talent Management. Fakt ist: Jeder Arbeiter meldet sich zu Beginn der Betriebsschicht an der Stechuhr, an einem Kioskterminal, über einen Browser oder mit dem Mobiltelefon an. Er macht Pausen, geht zum Mittagessen, sieht Schichtpläne ein, beantragt Zeitausgleich oder will den Stundenaufwand eines Arbeitsauftrags kontrollieren. Die Mitarbeiter tun dies, um bezahlt zu werden. Jeder will das, weshalb dieses Engagement ganz selbstverständlich ist. Den „Millenials“ geht es zudem um die Anerkennung ihres Beitrags und um teamorientierte Validierung.

Jede Chance ist so viel wert, wie Sie daraus machen

Beim Workforce Management geht es nicht mehr bloß um Zeiterfassung. Mit der Verbreitung der Workforce Management Stechuhren, Kioskterminals und Mobilitätsplattformen wird es zum allerbesten Kommunikationsinstrument im Unternehmen. Unternehmen sind imstande, Produktionsdaten, Asset-Daten, Mitarbeiterleistungsdaten, Qualitätsdaten und nahezu jeden anderen Unternehmensbereich zu koppeln. Im digitalen Zeitalter sind Mitarbeiter schlichtweg darauf angewiesen, Daten in Echtzeit zu beziehen und zu verarbeiten. Eine ganze Palette wichtiger Aspekte steht dabei im Vordergrund:

  • Proaktive Kommunikation: Die Fähigkeit, Daten, Weichenstellungen und Trends auszugeben, solange noch die Möglichkeit besteht, den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Ob es sich dabei um einfache Überstunden-Alerts oder um Echtzeitkommunikation mit der Produktion handelt: Mitarbeiter und Führungskräfte müssen wissen, welche Kosten sich vermeiden lassen und wo der Durchsatz verbesserungsfähig ist.
  • Relevante Informationen: Es kommt immer mehr darauf an, dass Interaktionen mit jedwedem Geschäftssystem möglichst viel Relevanz besitzen. Angesichts der Häufigkeit der Nutzung ist es wesentlich, dass Daten im Workforce Management aufgaben- und jobspezifisch gehalten sind. Sind die Daten sinnvoll für die Messung von Produktionsmenge und Qualität und sagen sie etwas darüber aus, wie viel die Mitarbeiter zu den Unternehmenszielen beitragen – und wie sie dafür belohnt werden –, steigt ihr Engagement im Produktionsprozess ganz von alleine.
  • Selbsterklärend: Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie sich bei einer Anwendung anmelden – und einfach nicht erkenntlich ist, wo es lang gehen soll? Anwendungen müssen nicht nur proaktiv angelegt sein und relevante Daten bereitstellen. Die Mitarbeiter müssen auch mühelos verstehen können, was sie sehen und wie sie damit umgehen sollen. Stichwort Anwenderfreundlichkeit. Dazu gehört auch ein bekanntes Datenformat.
  • Mehr als Zeiterfassung und Anwesenheit: Viele Unternehmen arbeiten mit Altlösungen, die sich in Zeit- und Anwesenheitserfassung erschöpfen, ohne Anbindung an andere strategische WFM-Komponenten oder ergänzende Business-Lösungen im Unternehmen, z. B. ERP und MES. Um Mitarbeiterengagement in Fertigungsunternehmen zu sichern, müssen Daten zu Arbeitsbelastung, Arbeitsnormen und Planung in einem einheitlichen System zusammenlaufen. Auch Material-, Maschinen- und Lieferkettendaten sowie CRM-Informationen können wertvolle Einblicke erschließen. Fazit: Fertigungsunternehmen müssen aus einem wohl gesonnenen und interessierten Publikum das Beste machen und gleichzeitig Daten aus sämtlichen Unternehmensbereichen bereitstellen. Eine Workforce Management Plattform, deren digitale Anbindung sich auf Zeiterfassung beschränkt, ist gleichbedeutend mit einer gewaltigen Chance, die man brach liegen lässt.

Es geht auch intelligenter

Einfach gesagt: Eine intelligente Fabrik verbindet sämtliche geschäftliche Aspekte im Rahmen einer systemübergreifenden Kommunikation. Sie gibt verwertbare Daten an die Mitarbeiter aus, die für deren Handlungsvermögen Relevanz besitzen. Es ist ganz einfach so, dass Mitarbeiter anders vorgehen, wenn sie die richtigen Informationen erhalten. Genau wie an einer Ampel: Bei Rot hält man an, bei Grün fährt man los. Geeignete Informationen und Daten schaffen die richtigen Voraussetzungen für Mitarbeiter, um nahezu immer intelligente Entscheidungen zu fällen. Der Ausbau der intelligenten Fabrik beginnt bei Kommunikation und intelligenten Daten. Vergegenwärtigen Sie sich nur ein paar der Möglichkeiten:

  • Ihre Workforce Management Plattform verhindert, dass Personalressourcen für eine Linie eingeplant werden, an der eine Wartung fällig ist oder an der Teile fehlen, um einen Arbeitsauftrag fertigzustellen.
  • Ein Mitarbeiter, der nicht über die nötige bzw. vorgeschriebene Zertifizierung verfügt oder eine solche erneuern muss, wird ausgewiesen, noch bevor er für eine Schicht eingeplant wird. Er kann sich nicht anmelden.
  • Führungskräfte erhalten eine Verständigung, wenn zu viele Mitarbeiter in den Überstundenmodus kommen und die Gesamtproduktionskosten auszuufern drohen. Der Personalplan kann rechtzeitig angepasst werden.
  • Eine Workforce Management Plattform, die den Führungskräften einen zeitnahen Überblick über Personal- und Produktionseffizienz ermöglicht, schafft die Möglichkeit, sinnvolle Maßnahmen einzuleiten.
  • Stellen Sie sich außerdem vor, dass über das Workforce Management hinaus sämtliche Geschäftsanwendungen zusammenspielen. Ihr CRM schickt eine Meldung an die Workforce-Management-, Rekrutierungs- und Trainingssysteme über anstehende Verkäufe. Der Betrieb weiß dadurch vorab Bescheid und kann entsprechend Personal einstellen bzw. weiterbilden.

Durch digitale Unterstützung erhalten die Arbeitskräfte Zugang zu relevanten und situationsgerechten Informationen, die ihnen weit mehr Möglichkeiten eröffnen, als Zeitdaten aufzuzeichnen und nach einem vorgegebenen Zeitplan zur Arbeit zu erscheinen. Der Mitarbeiter von heute erwartet Zugang zu sämtlichen Datenpunkten in seinem Universum – immer genau dann, wenn es erforderlich ist, und egal an welchem Tag. Das ist der Inbegriff eines modernen Mitarbeiters mit Engagement. Fertigungsunternehmen, die diesen Schritt richtig angehen, dürfen sich daraus auch einen Wettbewerbsvorteil erhoffen. Und insofern als das Workforce Management eng mit dem Arbeitsalltag der Mitarbeiter verflochten ist, bietet es einen überzeugenden Beispielfall für verbessertes Engagement.

Mike Brandt, Director, Workforce Management Industrial Manufacturing, Americas, @michaelqbrandt

Region
  • EMEA

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