Ist die „Fabrik der Zukunft“ schon Realität?

Februar 10, 2016
Die „Fabrik der Zukunft“ zu definieren ist schwer, wenn nicht sogar unmöglich. Jeder Experte hat seine eigene Definition. Was aber alle Definitionen gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass die Fabrik der Zukunft auf die Kunden der Zukunft ausgerichtet sein muss. Und dass an den Märkten mit harten Bandagen gekämpft wird, mit einer Vielzahl gleichermaßen fortschrittlicher, innovativer Mitbewerber. Es ist somit klar, dass digitale Technologien die treibende Kraft hinter den Entwicklungen in der Produktion sein werden.

In der Fabrik der Zukunft wird die Produktion zum Herzstück einer voll optimierten Lieferkette, die auf jeder Stufe des Prozesses Wert schöpft – vom Erstlieferanten bis zum Endkunden.

Es ist jetzt schon offensichtlich, welche Kräfte die Fabrik der Zukunft formen werden:

  • Anspruchsvolle Kunden – Die Kunden von heute erwarten eine schnelle Reaktion und eine einzigartige, personalisierte Produktauswahl.
  • Stärkerer Preiswettbewerb – Das Internet sorgt für hundertprozentige Preistransparenz, so dass sich ein Wettbewerb über den Preis kaum verhindern lässt, wenn die sonstigen Merkmale gleich sind.
  • In hohem Maße synchronisierte Versorgungsketten – Die Hersteller auf dem B2B- und B2C-Parkett haben sich mittlerweile auf Kunden eingestellt, die Lieferungen nach einem genauen Zeitplan verlangen, nicht zu früh und nicht zu spät.

Unter diesen Bedingungen sind die Hersteller auf hocheffiziente digitale Technologien angewiesen, die es ihnen ermöglichen, in einem Umfeld, das sich mit nahezu unfassbarer Geschwindigkeit wandelt, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zum Glück wird den Produzenten die Umstellung auf einen intelligenteren und effizienteren technologiegesteuerten Produktionsprozess leichtgemacht. Zukunftsorientierte Produzenten bereiten sich bereits mit einer Reihe von Neuerungen auf die Fabrik der Zukunft vor, wie zum Beispiel:

  • Robotertechnik – Etwa 59 % der Produzenten setzen irgendeine Form von Robotertechnologie ein, wie das Manufacturing Institute herausgefunden hat.
  • Cloud – Mehr als 66 % der Produzenten weltweit nutzen Cloud-Software (Quelle: IDC CloudView Survey 2014).
  • Internet of Things (IoT) – 35 % der von IndustryWeek befragten Produzenten erheben und verwenden zur Verbesserung ihrer Produktionsprozesse oder betrieblichen Abläufe mittlerweile Daten von Smart Devices.

Jede dieser Technologien kann einem Produzenten helfen, Produkte schneller herzustellen, die Qualität zu verbessern und die Kosten zu senken. Roboter sind in bestimmten Branchen wie der Automobilindustrie mittlerweile kostengünstiger als der Mensch. Experten rechnen damit, dass dieser Trend schnell auch andere Industriezweige erfassen wird. Zudem sind sie so weit entwickelt und flexibel, dass die Unternehmen das Produktionsvolumen bei Bedarf rentabel hoch- oder zurückfahren können. Durch das Internet of Things profitieren Produzenten in vollem Umfang von „smarten“ Geräten, Tools und Anwendungen zur Senkung der Kosten und Steigerung der Effizienz. Hinzu kommt die Cloud als Rahmengebilde, das die Vorteile und den Nutzen der anderen beiden Technologien vervielfacht.

Etliche Unternehmen sind schon viel näher an der Fabrik der Zukunft, als sie denken. Methoden wie Barcode-Scans und Funkerkennung (RFID) sind in vielen Branchen bereits gang und gäbe, jetzt aber können diese Technologien durch Fernerfassungssysteme und automatisierte Mechanismen zur Steuerung der Geschäftsprozesse erweitert werden, die entsprechend den Produktionsbedingungen Routineentscheidungen treffen können. Solche Systeme ersetzen natürlich nicht den Mensch als Beurteilungsinstanz – was auch gar nicht gewünscht ist –, aber sie helfen den Produzenten, sich auf Entscheidungen zu konzentrieren, die ihre besondere Aufmerksamkeit verlangen, während Routinebelange automatisiert werden.

Lesen Sie unseren Artikel über die Fabrik der Zukunft und die Branchenperspektiven, um zu erfahren, wie Sie die Integration und Einheitlichkeit von Systemen in Ihrem Unternehmen erhöhen und sich für die Fabrik der Zukunft wappnen.

Larry Korak, Manufacturing Industry & Solution Strategy Director Infor
Region
  • EMEA
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