Umfrage zu Brexit-Folgen für produzierendes Gewerbe: Zu früh für Prognosen

August 16, 2016


EEF veröffentlicht einen Stimmungsbericht aus der Fertigungsbranche nach dem britischen EU-Referendum

Fertigungsbetriebe wissen, wie schnell sich Entwicklungen der Weltpolitik in der Branche bemerkbar machen können. Davon ist kein Land ausgenommen. Und es gibt keine Sparte, die sich dem weitreichenden Einfluss von Wirtschaftstrends und Finanzgesetzen entziehen könnte. Die Welt ist klein, wenn Gold, Silber, Zölle... und die Europäische Union im Spiel sind.

Das jüngste EU-Referendum im Vereinigten Königreich, bei dem die Briten mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union stimmten, lässt die Wogen hochgehen – nicht nur im Land selbst, sondern weltweit. Presse und Medien reagierten nach der Auszählung sprachlos, während Politiker und Kommentatoren die Gründe und möglichen Folgen des britischen EU-Austritts zu erklären versuchten.

Bei der Volksabstimmung vom 23. Juni war die britische Wählerschaft aufgerufen, über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union zu entscheiden. Wie die BBC berichtet, stimmten 52 % für den Austritt aus der Union. Über 30 Millionen Briten waren zu den Urnen gegangen. Diese massive Wahlbeteiligung von 71,8 % war ebenso verblüffend wie das Abstimmungsergebnis.

Im produzierenden Gewerbe nimmt man für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund, wenn es um Fragen geht, die auch nur entfernt mit verfügbarem Kapital und potentiellen Absatzmöglichkeiten zu tun haben. Der EEF, der britische Interessenverband des produzierenden Gewerbes, veröffentlichte unlängst die Ergebnisse einer Umfrage unter Fertigungsbetrieben zum Ausgang des Referendums.

„Laut unserer Umfrage können 80 % der Hersteller beim Aufkommen von Aufträgen und Anfragen keine Veränderungen erkennen, oder halten es für verfrüht, ein Urteil zu fällen“, berichtet EEF Chief Economist Lee Hopley in einem EEF-Blogbeitrag. Allerdings gebe es auch Befürchtungen, dass ein Konjunktureinbruch im Land und eine mögliche Verzögerung im Aufschwung Europas in den kommenden sechs Monaten sich allmählich auf die Auftragslage auswirken könnten. An die 25 % der befragten Fertigungsbetriebe erwarten sinkende Umsatzzahlen in Großbritannien, so Lee Hopley.

Dies würde nach Ansicht vieler Befragten zumindest teilweise durch anhaltende Umsatzzuwächse in außereuropäischen Märkten ausgeglichen. Ungefähr 30 % halten steigende Exporte in Nicht-EU-Staaten für denkbar. Auch hier ist es für eine Mehrheit zu früh für Prognosen.

Veränderungen bei den Wechselkursen sind laut der Umfrage eine mögliche Konsequenz des Referendums.

  • 53 % halten nach dem Abstimmungsergebnis einen schwächeren Wechselkurs für wahrscheinlich.


  • Für 75 % ist eine drohende Volatilität der Wechselkurse ein Geschäftsrisiko.
  • Ein Drittel der Unternehmen berichtet schon jetzt von steigenden Inputkosten, 51 % erwarten in den kommenden sechs Monaten höhere Einsatzmittelpreise.
  • Wenn das britische Pfund sich gegenüber dem Dollar auf dem heutigen Niveau hält, ist dies für 40 % der Hersteller eine gute, für 34 % jedoch eine schlechte Nachricht.

Was die Langzeitfolgen angeht, meint Hopley: „Wie heißt es doch so schön? Unsicherheit ist der Feind von Investitionen! Wie es aussieht, könnte sich das im kommenden Jahr bewahrheiten. An die 56 % der Betriebe wollen ihre Personalentwicklungs- und Investitionspläne angesichts des Abstimmungsergebnisses überdenken – jedes sechste Unternehmen hat unverzüglich neue Weichenstellungen getroffen.“

Die Diskussion steht eindeutig erst am Anfang, und es lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit vorhersagen, inwieweit Fertigungsbetriebe sich auf neue Investitions- und Wachstumsstrategien verlegen werden. Wie die Umfrage aber zeigt, lautet das mehrheitliche Motto: „Ruhig bleiben und weitermachen.“

- 9 % beabsichtigen eine Anhebung von Investitionen - 43 % wollen das derzeitige Investitionsvolumen beibehalten - 38 % werden den Investitionsaufwand wahrscheinlich drosseln

Der EEF wird Nachrichten zum Brexit und zu dessen Folgen für das produzierende Gewerbe auch in Zukunft aufmerksam verfolgen und Betrieben die Möglichkeit geben, ihre Meinung kundzutun. Infor ist seit zwei Jahren Sponsor der EEF-Herstellerkonferenz und bemüht sich aktiv, Fertigungsbetriebe bei der Lösung von Geschäftsaufgaben zu unterstützen.

„Als globales Unternehmen hat Infor ein wachsames Auge auf Nachrichten und Ereignisse, die sich auf Branchen, die wir unterstützen, auswirken können. Wie viele andere werden auch wir aufmerksam beobachten, welche Folgen diese politisch-wirtschaftliche Entwicklung für die Industrie und die Menschen mit sich bringen wird“, bekräftigt Caroline Dubresson, Infor Vice President of Marketing for Manufacturing in Großbritannien. „Wir sind außerdem überaus zuversichtlich, was die Widerstandskraft und die kreativen Problemlösungskapazitäten der Fertigungsbetriebe anbelangt: Sie sind es gewöhnt, mit sprunghaften Entwicklungen umzugehen und Ausdauer zu zeigen. Sie werden diesem Tief im globalen Umfeld couragiert trotzen.“

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