Vier Handlungsschritte bei einer Unterbrechung der Lieferkette

April 22, 2020

Störungen der Lieferkette, verursacht durch den so genannten „Black Swan“, sind von Natur aus unvorhersehbar und können äußerst katastrophal sein. Aufgrund der schwerwiegenden Auswirkungen machen solche Ereignisse zu Recht darauf aufmerksam, wie entscheidend die Lieferkette für die Aufrechterhaltung des Geschäftserfolgs und des wesentlichen Tagesgeschäfts ist. Leider machen solche Ereignisse auch darauf aufmerksam, wie anfällig Lieferketten bei unerwarteten Notsituationen sind.

Die Betrachtung der Unternehmen, die solche Katastrophen überstehen, liefert viele wichtige Erkenntnisse darüber, wie Lösungen und Strategien implementiert werden können, um auf die schädlichen Auswirkungen eines „Black Swan“ - Ereignisses zu reagieren und diese zu mildern.

Es gibt vier Schritte die ein Unternehmen durchführen kann um sicherzustellen, dass es in der Lage ist mit der erforderlichen Flexibilität zu reagieren um die Auswirkungen des „Black Swan“ - Ereignisses und die miteinhergehenden Schwankungen des Kerngeschäfts zu minimieren.

Schritt 1: Konnektivität und Digitalisierung

Durch die Verbesserung der Konnektivität mit Partnern entlang der Lieferkette und die Digitalisierung von Informationen kann eine so genannte „Single Truth“ geschaffen und somit sichergestellt werden, dass Unternehmen mit ihrer gesamten Lieferkette in Echtzeit kollaborieren und in Abstimmung mit dieser reagieren können.

Die Bedeutung dessen ist enorm, denn für Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung, allen Partnern den Zugang zum Handelsnetzwerken zu ermöglichen. Die Bereitstellung von aktuellen Informationen in Echtzeit, schnellem Zugang zu Kapital, verbesserte Transparenz der Lieferungen und vieles mehr sind besonders wichtig um den Wohlstand aller Beteiligten zu sichern

Darüber hinaus müssen Lieferanten möglicherweise alternative Lieferwege und -möglichkeiten analysieren, wenn einer oder mehrere beeinträchtigt sind. Andere Lieferanten können proaktiv unterstützen, wenn andere Lieferanten von einem „Black Swan“- Ereignis beeinträchtigt sind. Durch frühzeitigen Benachrichtigungen über Beeinträchtigungen können Spediteure ihre Schiffscontainer und Flotten bestmöglich umplanen

Schritt 2: End-to-End-Visibility

Visibility ist ein häufig verwendeter Begriff im Lieferketten Management, insbesondere wenn von „End-to-End-Visibility“ die Rede ist. Dabei ist es vor allem wichtig, dass alle Aspekte berücksichtigt werden, die sich auf Lagerbestände auswirkt. Dazu gehören Nachfrageprognosen und Bestellungen auf Unternehmensebene, die Zusammenarbeit mit Lieferanten um sicherzustellen, dass der Bedarf an Verfügbarkeit und Kapazität erfüllt wird, die verbundene oder einstufige Implementierung von ERPs, die Lagerverwaltung in Ihrem Vertriebsnetz, die Transportverfolgung und -transparenz, die interne und ausgelagerte Produktion sowie die endgültige Lieferung und Abrechnung.

Jede Komponente wirkt sich direkt auf die anderen Bereiche der Lieferkette aus. Beispielsweise kann ein Lieferant, der nicht rechtzeitig bezahlt wird, in eine nachteilige Cashflow-Situation kommen, sodass er einen zukünftigen Auftrag nicht mehr ausführen kann. Gleichermaßen können ungenaue Prognosen zu einer falschen Einrichtung der Fertigungslinie führen und somit auch dazu, dass ein Lieferant nicht in der Lage ist, die benötigten Teile oder Produkte zu liefern. Eine ganzheitlich, dennoch detaillierte Sichtbarkeit und Kontrolle ermöglicht die schnelle Identifizierung potenzieller Problemstellen im Falle eines Störfalls und ermöglicht schnelle Reaktionen, um die negativen Auswirkungen zu mildern.

Schritt 3: Zusammenarbeit

Es werden häufig Statistiken zitiert die besagen, dass Unternehmen in der Regel 80% ihrer Lieferkettendaten außerhalb des Unternehmens haben. Diese Statistiken unterstreichen die Notwendigkeit der Konnektivität zwischen zahlreichen Partnern entlang der Lieferkette, damit Partner Daten über eine Netzwerkplattform sowie eingebettete Kollaborationstools für eine bessere Entscheidungsfindung austauschen können.

Die Ausfallsicherheit der Lieferkette und die Reaktion auf störende Ereignisse sind ein weiterer kritischer Aspekt. Dieser zeigt die Notwendigkeit einer effektiven Zusammenarbeit mit Lieferkettenpartnern. Es gibt noch einen weiteren kritischen Aspekt für die Belastbarkeit der Lieferkette und die Reaktionsfähigkeit auf Störereignisse - die Notwendigkeit einer effektiven Zusammenarbeit mit den Partnern in der Lieferkette. Die Zusammenarbeit erfordert drei Schlüsselelemente: Konnektivität, Ko-Abhängigkeit und Vertrauen. Vertrauen ist nach wie vor ein unglaublich schwer zu erreichendes Konzept, da die Lieferketten als ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Unternehmen angesehen werden. Die besten Kunden und die besten Lieferanten sind sehr gefragt, daher ist es entscheidend, ein Vertrauensverhältnis, gegenseitigen Respekt und Respekt für den Erfolg des Anderen aufzubauen.

Der frühzeitige Austausch von Prognosen und Aufträgen ist eine gute Praxis, unabhängig davon, ob Volatilität besteht. Die Fähigkeit und Bereitschaft, Veränderungen und Erkenntnisse frühzeitig zu kommunizieren und zu teilen, trägt wesentlich dazu bei, Loyalität, Vertrauen und den gemeinsamen Erfolg zu sichern – auch im Falle eines „Black Swan“- Ereignisses.

Heute wird sogar noch größere Bedeutung darauf gelegt. Unterschiedliche Lieferketten verfügen über entscheidende Fähigkeiten, die sich auf kleine Regionen oder Märkte spezialisieren. Es ist daher wichtig, in guten Zeiten Kooperationsbeziehungen aufzubauen, damit sich die Partner der Lieferkette bei Problemen gegenseitig vertrauen und frühzeitig Transparenz gewährleisten.

Schritt 4: Gemeinsames Lernen aus Rückschlägen

Die erfolgreichsten Unternehmen machen aus jedem Rückschlag und jeder Herausforderungen eine Lernerfahrung. Diese Firmen analysieren Fehler und Mängel, von Qualitätsverlusten bis hin zu versäumten Lieferungen, um die Hauptursachen zu identifizieren und zu beseitigen. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass das Unternehmen bei unvorhersehbaren Störungen darauf vorbereitet ist, die Auswirkungen abzuschwächen und frühzeitig einen Notfallplan zu implementieren.

Die besten Unternehmen prognostizieren mögliche Schwachstellen und wie sie sich davon erholen können. Durch diese Mentalität in prosperierenden Zeiten lernen effektive Lieferketten, den Warenfluss zu koordinieren und sich reibungslos von kleinen oder großen Störungen zu erholen.

Supply Chain Management ist harte Arbeit, selbst in den besten Zeiten. Das Navigieren durch „Black Swan“-Ereignisse erhöht die Komplexität und Herausforderung zusätzlich.

Die besten Supply Chain Manager und Unternehmen sind bereits in der Lage, diese Unsicherheit durch Disziplin, harte Arbeit und intensive Vorbereitung zu bewältigen.

Diese vier Schritte sind ein Fahrplan, um genau das zu erreichen.

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