Im vergangenen Dezember haben wir angekündigt, dass Infor zu den Launch-Partnern der AWS European Sovereign Cloud gehören wird. Damit helfen wir unserer wachsenden europäischen Kundenbasis, ihre Anforderungen an digitale Souveränität umzusetzen.
Die Reaktionen unserer Kunden und Interessenten waren ausgesprochen positiv. Im weiteren Austausch zeigte sich zugleich: Viele Fragen betreffen inzwischen weniger die Infrastruktur – dieser Bereich ist durch das Modell der souveränen Cloud bereits weitgehend abgedeckt. Im Vordergrund stehen nun vielmehr die Anwendungen und das Betriebsmodell, die darauf aufbauen.
Die AWS European Sovereign Cloud bildet dafür die infrastrukturelle Grundlage. Darauf aufbauend verantwortet Infor die Unternehmensanwendungen, die Plattformservices sowie die Sicherheits- und Business-Continuity-Prozesse. Hinzu kommen sämtliche betrieblichen Aufgaben, die nicht bei AWS als unserem Cloud-Anbieter, sondern bei Infor selbst liegen.
Dieser Verantwortungsbereich umfasst die Datenresidenz in Europa, kontrollierte Zugriffsmechanismen und eine klare Aufgabenverteilung zwischen Infor und AWS. Ebenso wichtig sind die Betriebs-, Support- und Wiederherstellungsverfahren, die den zuverlässigen Betrieb einer produktiven ERP-Umgebung gewährleisten. Dabei berücksichtigen wir auch Bereiche, die in der öffentlichen Diskussion oft weniger im Fokus stehen: unterstützende Systeme, die Datenflüsse zwischen diesen Systemen und die Zugriffswege, über die unsere Support-Mitarbeitenden auf eine Kundenumgebung gelangen.
Für uns entsteht digitale Souveränität erst im Zusammenspiel all dieser Aspekte. Eine europäische Hosting-Umgebung löst aber noch nicht alle Fragen digitaler Souveränität.
Governance in der deutschen Gesellschaft: Wir werden für die Infor (Deutschland) GmbH einen Beirat einrichten. Er soll auf Ebene der deutschen Rechtseinheit eine zusätzliche organisatorische Instanz für Entscheidungen zur digitalen Souveränität schaffen, die das Infor-Management bei strategischen Entscheidungen berät. Sobald Mandat, Zusammensetzung und Arbeitsweise des Beirats abschließend festgelegt sind, werden wir weitere Einzelheiten bekannt geben.
Bring Your Own Key: Unsere Kunden möchten nachvollziehen können, wer ihre Daten unter welchen Voraussetzungen entschlüsseln kann. Eine Bring-Your-Own-Key-Funktionalität wird deshalb als Teil der ESC-Roadmap betrachtet und derzeit für jedes Produkt einzeln bewertet.
Die Kontrolle über Verschlüsselungsschlüssel ist ein wichtiger Baustein digitaler Souveränität. Sie beantwortet jedoch nicht sämtliche Fragen zu Zugriff, Betrieb und Exit. Deshalb betrachten wir BYOK als Teil einer umfassenderen Architektur und nicht als alleinige Lösung.
Exit und Betriebskontinuität: Beide Begriffe fallen oft in einem Atemzug, betreffen aber unterschiedliche Situationen. Bei einem geordneten Exit geht es darum, eine Cloud-Umgebung nach dem eigenen Zeitplan verlassen zu können. Datenexporte, Unterstützung bei der Migration und ein klar definierter Übergangszeitraum schaffen dafür die notwendigen Voraussetzungen. Sie sind fester Bestandteil unseres Gesamtansatzes.
Bei der Betriebskontinuität steht dagegen die Reaktion auf ungeplante Unterbrechungen im Vordergrund. Derzeit prüfen wir ergänzende On-Premises-Fallback-Optionen für klar definierte geschäftskritische Kernprozesse. In diese Prüfung beziehen wir auch geeignete Testmöglichkeiten und Software-Escrow-Vereinbarungen für relevante Komponenten ein.
Brücke zur Innovation: Digitale Souveränität wird bisweilen mit dem Verzicht auf moderne Technologien gleichgesetzt. Europäische Organisationen sollten aus unserer Sicht jedoch nicht zwischen Kontrolle und Innovation wählen müssen. Der Souveränitätsansatz von Infor beruht deshalb auf dem Grundsatz, dass beides zusammengehört und gemeinsam zur Weiterentwicklung einer Organisation beiträgt.
Die Infor Velocity Suite verbindet Prozessintelligenz, künstliche Intelligenz und Automatisierung. Sie trägt dazu bei, Abläufe effizienter zu gestalten und Menschen von wiederkehrenden Routineaufgaben zu entlasten.
Die Informationen, die Sie benötigen
Die Anforderungen an digitale Souveränität unterscheiden sich von Organisation zu Organisation. Entsprechend individuell müssen auch die Antworten ausfallen.
Wenn digitale Souveränität Ihre Roadmap beeinflusst, sprechen Sie mit uns über Ihre Anforderungen, Ihre aktuelle Systemumgebung und Ihren Zeitplan. Wir zeigen Ihnen konkret, wie Infor Sie dabei unterstützen kann. Für weitere Informationen, wenden Sie sich bitte an Sven Wild, Senior Account Executive, Public Sector.