Kommunikationsserver im Wandel: Von Open Source zum verlässlichen Lizenzmodell

November 25, 2025Von Dimitrios Kakoulis | Leader Strategy Healthcare EMEA & APAC

Warum die aktuelle Marktentwicklung zu mutigen, strategischen Entscheidungen einlädt

Viele Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahren auf Kommunikationsserver (KommServer) auf Basis von Open Source gesetzt. Mit der Umstellung des Anbieters Mirth auf ein Lizenzmodell rückt nun eine zentrale Frage in den Fokus: Wie lässt sich eine langfristig sichere, leistungsfähige und wirtschaftlich tragfähige Datenkommunikation im Krankenhaus gewährleisten?

Neue Anforderungen an Sicherheit und Stabilität

Zahlreiche Open-Source-Installationen sind historisch gewachsen. Sie stoßen angesichts steigender Anforderungen an Informationssicherheit, Business Continuity und Resilienz zunehmend an Grenzen – insbesondere im Zusammenhang mit neuen Regularien wie der NIS2-Richtlinie (Network and Information Security) oder dem Branchenspezifischen Sicherheitsstandard (B3S). Neben finanziellen Aspekten kann die Aufrechterhaltung bestehender Systeme unter den neuen Bedingungen auch regulatorische Risiken bergen.

Ein Wechsel auf eine lizenzierte Lösung eröffnet dagegen Chancen, die weit über die bloße Fortführung des Status quo hinausgehen. Kommerzielle Lösungen können relevanten Zusatznutzen bieten. So liefert die Cloverleaf Integration Suite die Grundlage für eine zuverlässige, strukturierte und interoperable Datenbasis für die moderne Gesundheitsversorgung.

Starke Argumente für SaaS

Kommserver sind geschäftskritisch; die Aufrechterhaltung einer hochverfügbaren Vor-Ort-Infrastruktur (on premise) ist mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Software-as-a-Service (SaaS)-Modelle bieten hier eine attraktive Alternative: Sie ermöglichen vollständig gehostete, hochverfügbare Umgebungen zu äußerst wettbewerbsfähigen Kosten.

Einen weiteren wichtigen Faktor für tragfähige kommerzielle Lösungen bildet die Cybersicherheit. Ein SaaS-Angebot, das auf Cloud-Hyperscaler wie Amazon Web Services (AWS) setzt, profitiert von mehrschichtigen Sicherheitsmechanismen, die Datenverluste, Ransomware-Angriffe oder unbefugte Zugriffe effektiv verhindern. Es erfordert einen enormen Aufwand, ein ähnliches Sicherheitsniveau mit einer lokalen Open-Source-Lösung zu erreichen. Im Vergleich zu dem beschriebenen Angebot ließe sich einziger qualifizierter, geschulter Vollzeitmitarbeiter einstellen, um eine geschäftskritische Umgebung zu warten, die eine ständige Überwachung 24/7 benötigt.

Technologische Mehrwerte und Zukunftsfähigkeit

Über die reine Kommunikationsfunktion hinaus bieten moderne Serverlösungen signifikante Mehrwerte. Dazu zählt etwa eine integrierte FHIR Bridge, die eine nahtlose Integration zwischen HL7 v2 und FHIR ermöglicht. In der Open-Source-Welt wären zahlreiche Personenjahre an Aufwand vonnöten, um die erforderlichen Zuordnungen zu erstellen und zu pflegen, die für die Übersetzung zwischen der alten Welt und modernen, API-fähigen Anwendungen erforderlich sind.

Zu den Vorteilen einiger KommServer zählt die Erstellung von Clinical Data Repositories (CDRs). Diese Echtzeit-Datenbanken konsolidieren Daten aus unterschiedlichen klinischen Quellen und ermöglichen so eine einheitliche Ansicht zum einzelnen Patienten. CDRs lassen sich aus FHIR-Bridge und FHIR-Server generieren. Sie nutzen alle Möglichkeiten zur Ermittlung von Daten aus Quellsystemen und speichern diese Daten in ISiK-konformen FHIR-Ressourcen im FHIR-Server. Eine weitgehende Automatisierung ist möglich.

Fazit

Das geänderte Geschäftsmodell im Open-Source-Bereich kann als Impuls für eine zukunftsweisende Neuausrichtung dienen. Krankenhäuser, die ihre Datenkommunikation mit einer bewährten kommerziellen Produktlinie aufstellen, profitieren: Compliance, maximale Ausfallsicherheit, Ressourcenschonung und neue technologische Möglichkeiten zählen zu den Vorteilen. Eine strategische Entscheidung heute legt den Grundstein für eine stabile und sichere Datenkommunikation von morgen.

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