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Agentische KI im Vergleich zu generativer KI

Ob Sie agentische KI oder generative KI wählen, ist eine Frage von Aktion oder Output. Die eine Variante produziert Inhalte und Einblicke auf Abruf, die andere gibt den eigenen Kurs vor, trifft Entscheidungen und führt Aufgaben aus, um ein Ziel zu erreichen.

Agentische KI im Vergleich zu generativer KI

  • Agentic AI vs. GenAI
  • Vergleichstabelle
  • Agentic AI und GenAI nutzen
  • Branchen-Anwendungsfälle
  • Technologien hinter Agentic AI vs. GenAI
  • Häufige KI-Risiken minimieren
  • FAQ

Unternehmen dürfte bei der Unterscheidung zwischen agentischer und generativer KI weniger interessieren, was dahinter steckt, sondern, wie beide Varianten dazu beitragen, die Arbeit zu erledigen. Generative KI erzeugt Inhalte und Kontext, wenn sie dazu aufgefordert wird. Agentische KI übernimmt eine umfassendere Rolle und nutzt diese Ergebnisse, um Entscheidungen zu treffen und Aufgaben auszuführen. Wenn Teams mehr über die Unterschiede erfahren, können sie diese komplementären Technologien noch effektiver einsetzen.

Was ist der Unterschied zwischen agentischer und generativer KI? 

Agentische und generative KI teilen sich die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln und aus Daten und Erfahrungen zu lernen. Und obwohl sie häufig zusammen verwendet werden, dienen sie doch unterschiedlichen Zwecken und haben einige wichtige Unterscheidungsmerkmale:

  • Das ist generative KI
  • Generative KI nimmt Eingaben (oder Prompts) und erzeugt etwas Neues, wie Texte, Bilder oder sogar einen Codeblock. Generative KI-Modelle werden mit riesigen Datensätzen und Lernmustern trainiert, die es ihnen ermöglichen, auf oft überraschend relevante Weise zu reagieren. Sie eignen sich hervorragend für das Zusammenfassen von Berichten, das Schreiben von Textblöcken oder das Erstellen visueller Layouts.

  • Das sind KI-Agenten
  • KI-Agenten nutzen in der Regel generative KI, gehen jedoch einen Schritt weiter. Anstatt auf einen Prompt warten zu müssen, können sie auf der Grundlage festgelegter Ziele selbstständig entscheiden, was als Nächstes zu tun ist. Sie beobachten, was passiert, planen eine Reaktion, ergreifen Maßnahmen und lernen aus dem Ergebnis – alles in einem Kreislauf. Dadurch sind sie nützlich für die Automatisierung von Prozessen, die Koordination von Systemen oder die Lösung von Problemen ohne ständige menschliche Eingriffe.

  • Das ist agentische KI
  • Agentische KI bezieht sich auf das Framework, das erreicht wird, wenn mehrere KI-Agenten gemeinsam in einem System oder einer Plattform integriert und koordiniert werden, um auf ein festgelegtes Ziel hinzuarbeiten. Agentische KI verbindet Tools, Daten, logisches Denken und Aktion. Und das nicht nur innerhalb einer Aufgabe, sondern über viele Aufgaben hinweg. Mit einem agentischen KI-Framework können Sie Agenten anleiten, generative Tools aufrufen, Workflows auslösen und Dinge auf ein breiteres Ziel ausrichten.

Oder kurz gesagt: Generative KI generiert und agentische KI agiert. Generative KI kann zum Beispiel alle Ihre Notizen aus einer Sitzung zur Planung einer Produkteinführung übernehmen. Sie kann diese zusammenfassen, die Informationen organisieren und mögliche nächste Schritte vorschlagen. Agentische KI kann diese Schritte ergreifen, Verantwortliche zuweisen, Systeme aktualisieren, Fortschritte verfolgen und den Plan anpassen, wenn sich die Bedingungen ändern.

Generative KI im Vergleich zu agentischer KI 

  Generative KI Agentische KI
Primäre Funktion Generation von Inhalten Maßnahmen ergreifen, um Ziele zu erreichen
Eingabentyp Promptbasiert Ziel- oder kontextbasiert
Autonomie Reaktiv Autonom
Ausgabe Text, Bilder, Code, Audio, Video Maßnahmen, Entscheidungen, Workflows
Planungsfähigkeit Keine – Einzelschritte Ja – mehrstufige Planung und Orchestrierung
Speicher und Lernen Begrenzter Speicher, keine laufende Feedbackschleife Lernt aus Ergebnissen und passt sich mit der Zeit an
Verwendung von Tools oder APIs Kann Code für Tools generieren Kann Tools, APIs und Systeme direkt auslösen
Menschliche Beteiligung Erfordert einen Benutzer-Prompt für jede Aufgabe Kann unabhängig arbeiten, mit Aufsicht
Häufige Anwendungsfälle Inhalte schreiben, Bilder gestalten, Fragen beantworten Prozesse durchführen, Agenten koordinieren, auf Daten reagieren
Beziehung zueinander Kann von agentischer KI verwendet werden Kann generative KI innerhalb des Systems verwenden

Wie wird generative und agentische KI typischerweise eingesetzt? 

Nicht für jede Aufgabe sind Entscheidungen erforderlich. Und nicht für jede Aufgabe ist eine Content-Erstellung nötig. Die meisten modernen Unternehmen, die KI-Agenten einsetzen, nutzen auch generative KI. Und auch wenn sie innerhalb desselben Systems betrieben werden, hat jeder sein eigenes Spezialgebiet. Hier sind einige Beispiele, die typische Anwendungen für beide Technologien veranschaulichen:

Wofür generative KI in der Regel verwendet wird:

  • Verfassen von internen Dokumenten, Zusammenfassungen von Meetings oder Schulungsmaterialien
  • Erstellung von kundenorientierten Inhalten wie Antworten, Mitteilungen oder Nachrichten
  • Erstellung visueller Modelle, Marken-Assets oder Produktbilder/-spezifikationen
  • Umschreiben oder Übersetzen von Inhalten in verschiedene Stile, Tonalitäten oder Formate
  • Beantwortung von Fragen anhand von Dokumenten, Berichten oder Wissensdatenbanken
  • Vorschlagen von Ideen oder Optionen in frühen Planungsphasen

Wofür agentische KI in der Regel verwendet wird:

  • Erkennen, wann Maßnahmen erforderlich sind, und ohne Aufforderung reagieren
  • Befolgen eines mehrstufigen Prozesses von Anfang bis Ende
  • Verwendung interner Tools zur Ausführung von Entscheidungen, wie z. B. Aktualisierung eines Datensatzes oder Auslösen eines Workflows
  • Priorisierung von Aufgaben basierend auf sich ändernden Inputs oder Lieferterminen
  • Überwachung des Fortschritts und Anpassung zukünftiger Maßnahmen auf der Grundlage der Ergebnisse
  • Koordination über Tools oder Systeme hinweg, um ein Ziel zu erreichen

Branchenspezifische Anwendungsfälle für generative und agentische KI

KI-Technologien nutzen ein neuronales Netzwerk, das der Funktionsweise des menschlichen Gehirns nachempfunden ist. Ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit ist nahezu unbegrenzt. Für Branchen bedeutet dies, dass KI-Agenten und -Modelle schnell branchenspezifische Prozesse, Workflows und Geschäftslogiken erlernen können – und sie sich unbegrenzt weiterentwickeln und spezialisieren können.

Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung

A&D-Programme sind stark reguliert. Teams müssen Vertrags-Flow-downs, projektbezogene Kosten sowie außergewöhnlich strenge und komplexe Sicherheits- und Compliance-Pflichten unter einen Hut bringen.

  • GenAI: Entwirft Compliance-Nachweispakete und Lieferantenqualitätsmeldungen – und fasst Flow-down-Klauseln für Programmteams zusammen.
  • Agentic AI: Überwacht Liefergegenstände gegenüber Verträgen, leitet Korrekturmaßnahmen bei Lieferanten ein, wenn Klauseln nicht erfüllt werden, und gleicht projektbezogene Ausgaben ohne Aufforderung mit Meilensteinen ab.

Automobil

Automobil-Lieferketten sind komplex und mehrstufig. Teams müssen Just-in-time-Sequenzierungsanforderungen erfüllen und sich zugleich an den Aufstieg von E-Fahrzeugen, autonomen Technologien und vernetzten Systemen anpassen.

  • GenAI: Übersetzt Produktionspläne und Engineering-Updates in klare, menschlich lesbare Zusammenfassungen und entwirft etwa Servicebulletins, die auf jedes Fahrzeugmodell zugeschnitten sind.
  • Agentic AI: Sequenziert Arbeitsaufträge neu, wenn ein Engpass auftritt, löst Lieferanten-Updates aus und leitet unterwegs befindliche Bestände um, um Bauplane zu schützen – alles autonom.

Lebensmittel und Getränke

Geschwindigkeit und Genauigkeit sind im Lebensmittel- und Getränkesektor nicht verhandelbar. Rezeptur- und Kennzeichnungskonformität, durchgängige Rückverfolgbarkeit und Haltbarkeitsvorgaben sind allesamt tägliche, wesentliche Prioritäten.

  • GenAI: Fasst die neuesten Informationen zusammen, um konforme Etiketten und Zutatenangaben zu erstellen, schlägt kostenbewusste Rezepturvarianten vor und verfasst QA-Abweichungszusammenfassungen.
  • Agentic AI: Überwacht Chargengenealogie und Temperaturdaten, verhängt Sperren und startet bei Abweichungen Rückrufprozesse. Hilft Teams, Chargen auf Basis von Echtzeit-Haltbarkeitsdaten neu zu planen.

Fashion

Vom Entwurf bis ins Regal hängt das Modegeschäft von schnellen Entscheidungen und zügigen Kurswechseln ab – unter Berücksichtigung von Saisonkalendern, globaler Beschaffung, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit.

  • GenAI: Erstellt erste Versionen von Tech Packs und Line Sheets zur Unterstützung der Produktentwicklung. Entwirft Produktbeschreibungen, die auf jeden Vertriebskanal und aktuelle Sortimentspläne zugeschnitten sind.
  • Agentic AI: Weist Bestellungen neu zu, wenn die Nachfrage steigt, und stellt sicher, dass Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt werden. Passt Bestandszuteilungen automatisch an, wenn sich die Bedingungen ändern.

Gesundheitswesen

Der Druck ist hoch angesichts von Herausforderungen im Gesundheitswesen, darunter anhaltender Personalmangel, begrenzte Ressourcen und Budgets sowie Probleme beim Datenaustausch und bei der Koordination medizinischer Versorgung.

  • GenAI: Fasst Aktualisierungen von Richtlinien und Verträgen zusammen, entwirft prägnante Schichtübergabenotizen und erstellt klar erklärte Formular-Updates für nicht-klinisches Personal.
  • Agentic AI: Stimmt den Personaleinsatz auf Echtzeit-Patientenzahlen und Qualifikationsanforderungen ab, füllt kritische Bestände anhand von Verbrauchstrends automatisch auf und gleicht Lieferantenrechnungen mit vereinbarten Vertragsbedingungen ab.

Großhandelsdistribution

Die Margen in der Distribution sind enger denn je. Die Distributoren von heute setzen auf genaue Bestandsdaten und schnelle Reaktion, um Lieferversprechen einzuhalten und effiziente Distributionszentren zu betreiben.

  • GenAI: Analysiert Nachfragetrends zur Prognose von Verschiebungen, entwirft intelligente Nachschubvorschläge, generiert automatisch Werbebotschaften und legt Abweichungen zur Prüfung offen.
  • Agentic AI: Leitet Bestellungen automatisch an das optimale Distributionszentrum, gleicht Bestände anhand von Echtzeitsignalen aus und löst bei Engpässen Notfalltransfers aus – alles innerhalb definierter Regeln.

Agentische KI im Vergleich zu generativer KI Welche Technologien treiben sie an? 

Maschinelles Lernen ist die Kerntechnologie, die agentische und generative KI antreibt. Sie ermöglicht es KI-Systemen, Muster zu erkennen, Vorhersagen zu treffen und ihre Ergebnisse durch Training zu verbessern. Generative Modelle verfügen in der Regel über Deep-Learning-Architekturen. Dadurch können sie Kontexte verstehen, große Datenmengen verarbeiten und eine Reihe von Ergebnissen erzeugen, für die sie trainiert sind (Text, Bilder, Code). Agentische KI integriert dieselben Modelle und verfügt über dieselben Funktionen. Struktuell ist sie zudem in einem sogenannten zielorientierten Regelkreis gegliedert. Dazu gehören Komponenten für Wahrnehmung, Planung, Handeln und Feedback – damit sie kontinuierlich arbeiten und sich an sich ändernde Bedingungen anpassen kann. Es geht nicht nur darum, Daten zu interpretieren, und es gibt keine Grenzen dafür, welche Schritte KI-Agenten zunehmend erlaubt werden. Wie wir alle gesehen haben, entwickelt sich die KI exponentiell, bedingt durch ihre Fähigkeit, selbstständig zu lernen und sich anzupassen. Das bedeutet, dass KI-Agenten schon in wenigen Jahren – oder sogar Monaten – große Fortschritte vollziehen werden.

So erkennen und mindern Sie häufige KI-Risiken

Ob generativ oder agentisch, alle KI-Systeme verfügen über die Leistungsstärke und das Potenzial, den Alltag zu transformieren und neu zu erfinden. Aber damit einher geht auch die Verpflichtung, bei der Einführung und Verwendung dieser Tools Sorgfalt walten zu lassen. Zum Glück werden die besten KI-gestützten Lösungen heute mit Blick auf Sicherheit und Transparenz entwickelt, sodass es immer Unterstützung und Anleitung gibt, wenn Sie Ihre laufenden KI-Protokolle einrichten.

Modelldrift

Verschiebungen im Kundenverhalten, in Liefermustern oder bei Marktfaktoren können dazu führen, dass die reale Welt nicht mehr mit den ursprünglichen Trainingsdaten Ihres Modells übereinstimmt. Um aktuell zu bleiben, benötigen Modelle einen Neutrainingsplan mit frischen, hochwertigen Daten, welche die aktuellen Bedingungen widerspiegeln.

Datenbias

Die meisten Trainingsverzerrungen sind unbeabsichtigt, breiten sich aber dennoch aus und können Ihrer Marke und Reputation schaden. Verringern Sie Bias-Risiken, indem Sie vielfältige Datensätze verwenden, auf Fairness testen und Filter anwenden, die verzerrte Muster korrigieren.

Sicherheitsrisiken

Da KI-Modelle häufig natürliche Sprache oder offene Eingaben akzeptieren, können sie auf unerwartete Weise angegriffen werden. Es ist wichtig, dass Ihr IT-Team über bewährte, aktuelle Erfahrung und Fähigkeiten für KI-spezifische Sicherheitsbedrohungen und -protokolle verfügt.

Black-Box-Modelle

„Black-Box“-Ausgaben sind solche, deren Begründung oder Logik menschlichen Nutzer:innen nicht erklärt wird (oder werden kann). Verlangen Sie stets Audit-Trails, Entscheidungsprotokolle und Override-Optionen. Stellen Sie sicher, dass Ihr System mit einem „Zeig deine Arbeit“-Befehl eingerichtet ist.

Überautomatisierung

Aufgrund ihrer Effizienz und Genauigkeit ist es verlockend, Agentic AI zu viel Spielraum zu geben. Setzen Sie bei allen wichtigen Aufgaben Freigabestufen mit Human-in-the-Loop. Das vermeidet Fehler und stellt sicher, dass Ihre menschlichen Teams am Ball bleiben und ihren Vorsprung behalten.

Fazit

Bei allen Ähnlichkeiten und Unterschieden liegt die wahre Erkenntnis darin, wie Tools wie agentische und generative KI die Arbeits- und Geschäftswelt revolutionieren. KI-gestützte Lösungen ermöglichen es uns, mehr Daten zu verarbeiten, zu verstehen und zu produzieren als je zuvor. Und mit agentischer KI im Mix sind Unternehmen zunehmend in der Lage, diese Daten in die Praxis umzusetzen – automatisch, adaptiv und ohne überhaupt nachfragen zu müssen. Die heutigen leistungsstarken KI-Innovationen markieren einen Wandel von digitalen Tools, die auf unsere Befehle reagieren, hin zu Systemen, die auf ihre Umgebungen reagieren und lernen. Es ist nicht nur ein Wendepunkt in der Art und Weise, wie Software entwickelt, sondern auch in der Art und Weise, wie die Arbeit erledigt wird.

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