Über Eigeninitiative zu verfügen bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen, unabhängig zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Kurz gesagt unterscheidet das einen KI-Agenten von der Unternehmens-KI, die heute in die besten Softwarelösungen integriert ist. Eine Standard-KI kann Daten analysieren, Muster erkennen und Erkenntnisse generieren – aber sie ist immer noch nur ein Berater, der auf menschliches Handeln wartet.
KI-Agenten hingegen bauen auf diesen Fähigkeiten auf und gehen noch einen Schritt weiter. Statt nur Vorschläge zu machen, sind sie darauf ausgelegt, selbst Maßnahmen zu ergreifen – Entscheidungen auszuführen, Aufgaben zu koordinieren und in Ihrem Namen mit Systemen zu interagieren. Diese Agenten sind zielorientiert, reaktionsschnell und zunehmend in die Tools und Workflows eingebettet, die von Unternehmen bereits eingesetzt werden.
Ein KI-Agent ist eine Art künstliches Intelligenzsystem, das in der Lage ist, Aufgaben autonom auszuführen und vordefinierte Ziele zu verfolgen. KI-Agenten können Probleme lösen, Entscheidungen treffen und Maßnahmen ohne menschliches Eingreifen ausführen. Sie nutzen große Sprachmodelle (LLMs) und natürliche Sprachverarbeitung (NLP) für eine Vielzahl von Anwendungen – von virtuellen Assistenten und komplexen Analysen bis zu Robotik und autonomen Fahrzeugen. KI-Agenten lernen aus ihren Erfahrungen und passen ihr Verhalten mit der Zeit an. Sie arbeiten sogar mit anderen Agenten zusammen, um hochkomplexe Arbeitsabläufe zu koordinieren und auszuführen.
Der Unterschied zwischen KI-Agenten und agentischer KI ist klein, aber wichtig. Es geht um Umfang, Autonomie und Orchestrierung. KI-Agenten sind einzelne Softwareeinheiten, die entwickelt wurden, um definierte Ziele wahrzunehmen, zu planen und darauf zu reagieren, und dies in der Regel innerhalb einer einzelnen Aufgabe oder eines Workflows. Agentische KI bezieht sich auf ein breiteres Paradigma, das darauf abzielt, mehrere Agenten, Tools oder Prozesse zu koordinieren, um komplexe Ergebnisse zu erzielen. Betrachten Sie KI-Agenten als einzelne Musiker, die jeweils in der Lage sind, ihren Part zu spielen und präzise auszuführen. Agentische KI ist wie der Dirigent – sie steuert Timing, Synchronisation und Flow im gesamten Ensemble, um eine kohärente Symphonie zu schaffen.
KI-Agenten arbeiten in einem kontinuierlichen geschlossenen Kreislauf, mit dem sie ihre Umgebung wahrnehmen, intelligent planen, entschlossen handeln und aus den Ergebnissen lernen können. Jede Phase dieses Kreislaufs wird von einer speziellen Komponente unterstützt, die dem Agenten hilft, sich autonom zu verhalten und sich mit der Zeit anzupassen.
Nach Auswahl einer Maßnahmenoption geht der Agent in die Ausführungsphase über. Dazu gehört die Durchführung von Entscheidungen durch Aufgabenautomatisierung, Workflow-Management oder direkte Interaktion mit physischen oder digitalen Systemen.
Die Feedbackschleife ermöglicht es dem Agenten, aus Erfahrung zu lernen. Er überwacht die Ergebnisse im Abgleich zu den Leistungszielen und Erfolgskriterien. Wenn die Ergebnisse unterschritten werden, passt der Agent sein zukünftiges Verhalten an und verbessert so mit der Zeit die Genauigkeit und Effektivität.
Je nach ihrem Grad an Autonomie, Anpassungsfähigkeit und Funktion innerhalb eines Systems können KI-Agenten viele verschiedene Formen annehmen. Während einige von ihnen starre vorbestimmte Richtlinien befolgen, können andere sich entwickeln, lernen und sogar mit anderen KI-Agenten zusammenarbeiten, um anspruchsvolle Aufgaben zu erfüllen. Mit zunehmender Funktionalität steigt auch ihre Fähigkeit, unabhängig innerhalb realer Arbeitsabläufe zu arbeiten.
Regelbasierte KI-Agenten handeln nach vordefinierten Regeln und halten sich an eine strenge „Wenn-dann“-Argumentation. Sie gewährleisten Konsistenz und Zuverlässigkeit in organisierten, wiederholbaren Arbeitsabläufen, sind aber nicht anpassungsfähig oder lernfähig. Diese Agenten sind hilfreich in Situationen, in denen Entscheidungen immer und ausnahmslos derselben Logik folgen müssen.
Beispiel: Ein KI-Compliance-Agent, der vor der Genehmigung überprüft, ob alle Lieferantenverträge den Unternehmensrichtlinien entsprechen. Im Gegensatz zu einem typischen regelbasierten Automatisierungstool kann dieser KI-Agent selbstständig als Digital Compliance Officer fungieren, indem er mehrere Vorschriften abgleicht, Unstimmigkeiten aufzeigt und Klärungen anfordert.
Reaktive KI-Agenten reagieren in Echtzeit auf ihre Umgebung, haben aber keinen Speicher, was bedeutet, dass sie nicht aus früheren Erfahrungen lernen. Vielmehr treffen sie Entscheidungen in Echtzeit auf der Grundlage der verfügbaren Eingaben, wie ein Thermostat, der die Temperatur an die Umgebungsbedingungen anpasst.
Beispiel: Ein KI-Agent für Cybersicherheit, der Anomalien in Echtzeit erkennt. Ohne auf menschliches Eingreifen zu warten, werden kompromittierte Benutzerkonten automatisch deaktiviert, betroffene Systeme isoliert oder Firewall-Regeln geändert – und verdächtige Aktivitäten zudem für die menschliche Überprüfung gekennzeichnet.
Im Gegensatz zu reaktiven Agenten verändern sich lernende KI-Agenten im Laufe der Zeit. Sie nutzen Modelle des maschinellen Lernens, um ihre Entscheidungsfindung zu verfeinern, nachdem sie Feedback aus ihren Handlungen analysiert haben. Diese Agenten funktionieren am besten in dynamischen Umgebungen, in denen sich die Umstände ständig ändern und eine kontinuierliche Entwicklung erforderlich ist, im Gegensatz zu voreingestellten Reaktionen.
Beispiel: Ein KI-Vertragsverhandlungsagent, der Kenntnisse aus früheren Geschäftstransaktionen erlangt. Er passt die Verhandlungstaktik im Laufe der Zeit an, identifiziert Lieferantentrends und schlägt Bedingungen vor, die die Akzeptanz maximieren und gleichzeitig die Unternehmensinteressen schützen, statt sich strikt an eine vorbestimmte Vertragsvorlage zu halten.
Konversationelle KI-Agenten sind mehr als nur Chatbots. Sie verstehen den Kontext, antizipieren Bedürfnisse und handeln auf Anfragen. Diese Agenten sind in der Lage, Probleme zu lösen, zu verhandeln und sogar Empfehlungen zu geben, im Gegensatz zu herkömmlichen KI-gestützten Assistenten, die ein vorgeschriebenes Skript verwenden.
Beispiel: Ein Agent zur Beilegung von Kundenstreitigkeiten in einer Bank-App. Wenn ein Kunde eine Transaktion beanstandet, ruft die KI die Kontohistorie ab, analysiert Trends, erstellt eine Reklamationsforderung und sendet sie zur Bearbeitung. Währenddessen bleibt sie im Gespräch mit dem Kunden, statt ihn auf eine statische FAQ-Seite zu verweisen oder einen menschlichen Vertreter einzubeziehen.
Autonome KI-Agenten sind in der Lage, weitreichende Entscheidungen mit minimaler menschlicher Aufsicht zu treffen. Sie geben nicht nur Empfehlungen, sondern handeln, bewerten die Ergebnisse und verfeinern ihre Pläne. Diese Agenten arbeiten häufig in Situationen, in denen eine schnelle, autonome Entscheidungsfindung unerlässlich ist.
Beispiel: Ein KI-gestützter Beschaffungsagent, der den gesamten Beschaffungszyklus eigenständig verwaltet, indem er Daten nutzt, um die besten Lieferanten zu finden, Preise zu verhandeln, Verträge abzuschließen und Bestellungen aufzugeben. Dieser KI-Agent fungiert als eigenständiger digitaler Einkäufer. Er profitiert nach wie vor von der menschlichen Aufsicht, kann aber die Effizienz drastisch verbessern.
KI-Agenten nutzen alle Funktionen und Fähigkeiten der generativen und industriellen KI, um Maßnahmen zu ergreifen und die Dinge in der realen Welt voranzutreiben. Das bedeutet, Risiken zu mindern, bevor sie unkontrollierbar werden, Chancen zu nutzen, so lange sie aktuell sind, und Kunden zu helfen, schnell und nahtlos das zu bekommen, was sie brauchen.
KI-Agenten können geschult werden, um branchenspezifische Herausforderungen und Aufgaben zu meistern. Einige Beispiele für agentische KI sind:
Präzision und Compliance sind in diesem Sektor unabdingbare Faktoren. KI-Agenten können über die übliche Datenanalyse hinausgehen, um Workflows autonom zu orchestrieren, die Compliance zu überwachen und zu sichern und den Betrieb der Lieferkette in Echtzeit zu optimieren. KI-Agenten können sich schnell auf neue regulatorische Standards einstellen, Teile erkennen und kennzeichnen, die nicht den Spezifikationen entsprechen, richtige Teile nachbestellen und gleichzeitig die internen Systeme über potenzielle Verzögerungen informieren.
Diese Branche verlangt, dass Lieferketten, Konstruktion und Produktion reibungslos zusammenarbeiten. Statt sich auf geplante Berichte zu verlassen, können KI-Agenten selbstständig datengestützte Entscheidungen treffen. Sie können Produktionsengpässe autonom beheben, Lieferaufträge auf der Grundlage von Echtzeitfehlbeständen ändern und sogar die Ausführung von Aufgaben über Teams hinweg priorisieren, ohne auf eine Eskalation zu warten.
In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sind Qualitätskontrolle und schnelle Reaktionszeiten von zentraler Bedeutung. KI-Agenten überwachen aktiv die Qualität der Inhaltsstoffe und Mischungsverhältnisse, identifizieren Abweichungen und ergreifen neben der Datenerfassung Korrekturmaßnahmen. Um die Produktkonsistenz und -sicherheit zu gewährleisten, kann ein KI-Agent beispielsweise die Produktion sofort stoppen, zu einem anderen Lieferanten wechseln und die Rezepturparameter anpassen, wenn die Qualität einer Zutat von den Toleranzgrenzen abweicht.
KI-Agenten helfen Marken, schnell auf Änderungen im Kundenverhalten und bei der Nachfrage zu reagieren. Im Gegensatz zu KI-gestützten Prognosetools handeln KI-Agenten aus eigener Initiative, ändern Aufträge, verteilen Produktionsressourcen neu oder leiten sogar lokalisierte Marketingkampagnen als Reaktion auf regionale Nachfragespitzen ein. Statt sich nur auf die Analyse vergangener Daten zu verlassen, können Marken in Echtzeit auf Verbrauchertrends reagieren.
KI-Agenten können autonome Fertigungsprozesse in Echtzeit optimieren. Statt Ausfälle vorherzusagen, aber keine Maßnahmen zu ergreifen, wie das bei üblichen KI-gestützten Wartungstools der Fall ist, können KI-Agenten kompromittierte Maschinen abschalten, Arbeitsabläufe auf alternative Produktionslinien umleiten und externe Lieferanten benachrichtigen, wenn Teile benötigt werden. Dies trägt zur Aufrechterhaltung der Produktivität bei, ohne dass auf eine manuelle Fehlerbehebung gewartet werden müsste.
Diese Projekte haben unvorhersehbare Zeitpläne und sind von sich ändernden Vorschriften und einer komplexen Logistik geprägt, weshalb Echtzeitkoordination und Anpassungsfähigkeit unerlässliche Faktoren sind. KI-Agenten analysieren nicht nur die Planung – sie überwachen aktiv die Standortbedingungen, passen Zeitpläne an und leiten Ressourcen bei Bedarf um. Wenn es zu unerwarteten Verzögerungen kommt, kann ein KI-Agent Aufgaben autonom umplanen, alternative Lieferanten finden und die Betroffenen benachrichtigen – so können Projekte im Zeitrahmen und auf Kurs bleiben.
Da KI-Agenten immer autonomer werden, bringen sie eine Reihe von potenziellen Risiken mit sich, die Unternehmen sorgfältig abwägen müssen:
Da die KI-Nutzung in Ihrem Unternehmen immer umfassender und komplexer wird, möchten Sie gewährleisten, dass Sie über ein starkes IT-Team verfügen, das bei Technologien und Sicherheitsmaßnahmen auf dem neuesten Stand ist. In Ihrer Unternehmenskultur müssen Sie lernen, KI-Agenten wie menschliche Nutzer mit überwachten Privilegien und Zugriffsrechten auf Ressourcen sowie mit spezifischen Überwachungs- und Warnsystemen zu behandeln, bevor etwas eskaliert.
Bevor Sie KI-Agenten vollständig einsetzen, sollten Sie mit kleinen, professionell gestalteten Anwendungsfällen anfangen und diese in kontrollierten Umgebungen testen. Definieren Sie die erwarteten Ergebnisse klar und deutlich und achten Sie darauf, dass die Erfolgskennzahlen mit den Geschäftszielen übereinstimmen.
Schaffen Sie einen klaren Governance-Rahmen. Legen Sie Rollen und Verantwortlichkeiten für die Verwendung von KI fest. Sorgen Sie dafür, dass KI-Agenten innerhalb festgelegter Grenzen arbeiten und es einen Prozess zur Überwachung und Überprüfung ihrer Handlungen gibt.
Sorgen Sie bei kritischen Prozessen dafür, dass Human-in-the-Loop-Protokolle vorhanden sind. KI-Agenten sollten das menschliche Urteilsvermögen erweitern, nicht ersetzen. Endgültige Entscheidungen, insbesondere solche mit erheblichen Auswirkungen, sollten von Menschen validiert werden.
Die Leistung von KI-Agenten sollte regelmäßig überwacht werden, um potenzielle Voreingenommenheit oder KI-Drift zu erkennen und zu verwalten. Die Verwendung vielfältiger und repräsentativer Schulungsdaten trägt dazu bei, dass KI-Agenten faire und genaue Entscheidungen treffen.
Bleiben Sie über sich verändernde KI-Bestimmungen auf dem Laufenden und sorgen Sie dafür, dass KI-Agenten sich an sich ändernde Gesetze und Standards halten. Implementieren Sie robuste Sicherheitsmaßnahmen, um KI-Systeme vor potenziellen Bedrohungen und Schwachstellen zu schützen.
In nur wenigen Jahren hat sich KI vom passiven digitalen Assistenten zum aktiven Teilnehmer in den täglichen Abläufen entwickelt. Diese Technologie ist so neu, dass wir noch dabei sind, ihren Nutzen und die Verbesserungen für die Geschäftswelt vollständig zu erfassen. Aber Sie ahnen es: Es bedeutet gleichfalls, dass wir uns auch der potenziellen Risiken wahrscheinlich nicht vollständig bewusst sind, die aus unzureichender Sicherheit oder übereilten Implementierungen resultieren können. Deshalb hängt der weitere Weg mit KI-Agenten von einer durchdachten Konzeption, verantwortungsvoller Bereitstellung und einer starken Governance ab. Ist die richtige Grundlage geschaffen, sind den neuen Horizonten, die Sie mithilfe von KI-Agenten erreichen können, keine Grenzen gesetzt.
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