Verfasst von:
- Marcel Koks | Senior Director, Industry & Solution Strategy für Lebensmittel und Getränke bei Infor
- Mikael Bengtsson | Director, Industry & Solution Strategy für Lebensmittel und Getränke bei Infor
Veränderte Ansichten, Präferenzen und Erwartungen von Verbrauchern machen es heute schwieriger denn je, in der Lebensmittel- und Getränkebranche wettbewerbsfähig zu bleiben.
Laut einem Bericht des EIT Food Consumer Observatory aus dem Jahr 2024 haben Verbraucher wenig Vertrauen in die Praktiken von Lebensmittelmarken. Nur 53 % glauben, dass ihre Lebensmittel sicher sind. Darüber hinaus haben Wissenschaftler festgestellt, dass soziale Medien unsere Einstellung zu Lebensmitteln verändern und Ernährungs- und Wellness-Trends einen zunehmenden Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher haben. Lebensmittel- und Getränkehersteller sind also nicht nur dem wachsenden Nachfragedruck ausgesetzt, sondern müssen auch den steigenden Erwartungen gerecht werden.
In einem stark umkämpften Markt ist es für Unternehmen heute unerlässlich, diese Erwartungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen. Hinzu kommt eine weitere Komponente, die diese Herausforderung noch komplexer macht: die Einhaltung neuer und sich ständig ändernder Vorschriften.
Erwartungen versus Vorschriften
Forderungen der Verbraucher sind die eine Sache, die Umsetzung der aktuellen Regularien eine andere.
Wenn sich Vorschriften aber ständig ändern, wird auch deren Einhaltung immer schwieriger. So wurden beispielsweise mit dem Food Safety Modernization Act (FSMA) neue Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit eingeführt, die eine schnellere Identifizierung und Rücknahme potenziell kontaminierter Lebensmittel aus dem Markt ermöglichen – was zu einem Rückgang lebensmittelbedingter Erkrankungen und Todesfälle führte.
Die Ausweitung der Nährwertkennzeichnung in Singapur auf Natrium und Fette kann Auswirkungen auf Lagerfähigkeit und Preise von Lebensmitteln haben. Die neuen Ziele zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung der Europäischen Union veranlassen Lebensmittel- und Getränkehersteller dazu, in den nächsten fünf Jahren eine Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um 30 % anzustreben.
Um sich in diesem volatilen Markt zu behaupten, müssen Unternehmen Wege finden, um auf der Welle der sich ändernden Anforderungen und allgegenwärtigen Vorschriften mitzuschwimmen – Innovation ist also unerlässlich.
Technologischer Vorteil
Laut Untersuchungen aus unserem aktuellen Branchenbericht sind 78 % der Lebensmittel- und Getränkeunternehmen der Meinung, dass der Erfolg in ihrer Branche von der Einführung und Nutzung neuer Technologien abhängt. Und mit Compliance und Nachhaltigkeit als oberste Priorität wird die Art und Weise, wie diese Technologien eingesetzt werden, einen entscheidenden Einfluss haben.
Eine Einheitslösung gibt es hierfür zwar nicht, aber durch die Kombination der Funktionen verschiedener Systeme lässt sich ein recht großer Bereich abdecken, was für Lebensmittel- und Getränkehersteller in Bezug auf Compliance und bei der stabilen Positionierung am Markt eine große Hilfe ist.
- Produktlebenszyklus-Management (PLM) kann die Compliance mit Kennzeichnungsvorschriften, wie zu Angaben von Inhaltsstoffen, Allergenhinweisen und Nährwertangaben, gewährleisten und ist ein nützliches Tool zur Erweiterung von Etiketten, beispielsweise um die Vorschriften zur Nährwertkennzeichnung zu erfüllen. Außerdem bietet PLM mehr Flexibilität. Bei der Entwicklung neuer Produkte und deren Markteinführung kann es Datenbanken mit globalen und regionalen Vorschriften integrieren und so sicherstellen, dass die Konformitätsstandards für verschiedene Märkte erfüllt werden.
- Enterprise Resource Planning (ERP) Systeme tragen in Verbindung mit KI-Funktionen zu einer effizienten Verwaltung von Rohstoffen bei, reduzieren Abfall und steigern den Ertrag. So können Lebensmittel- und Getränkehersteller neue Vorschriften wie die Ziele zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung einhalten. Die Verfolgung von Rohstoffen und Fertigprodukten über die gesamte Supply Chain hinweg ermöglicht durch Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Supply Chain auch die Einhaltung von Vorschriften wie dem FSMA. Die Reduzierung von Energie- und Ressourcenverschwendung trägt zudem zu Umweltschutznormen bei, die für umweltbewusste Verbraucher immer wichtiger werden.
- Ein Manufacturing Execution System (MES) integriert Qualitätskontrollpunkte in Produktionsabläufe und spielt damit eine entscheidende Rolle für die Produktionseffizienz und die Compliance mit Lebensmittelsicherheitsstandards. Darüber hinaus protokolliert und verfolgt es Sicherheits- oder Qualitätsvorfälle zur Einhaltung gesetzlicher Meldepflichten und ermöglicht eine schnelle Identifizierung betroffener Chargen. So stehen detaillierte Rückverfolgungsdaten zur Verfügung, um Rückrufe zu optimieren. Schnelle Maßnahmen bei Produktrückrufen können sich positiv auf die Wahrnehmung der Verbraucher auswirken.
- Mithilfe von Trade Promotion Management (TPM) Systemen sind Unternehmen in der Lage, Verkaufsförderungsmaßnahmen auf Basis von Echtzeit-Informationen zu planen, durchzuführen und zu analysieren. Das Verständnis dafür, welche Werbeaktionen funktionieren und welche Produkte sich verkaufen, liefert einen klaren Überblick über Investitionserträge von Verkaufsförderungsmaßnahmen, die darauf abzielen, sich veränderten Verbraucherpräferenzen anzupassen und die damit verbundenen Chancen zu nutzen.
Chancen zur Realität machen
Der Einsatz von Technologie zur Schaffung absolut sicherer Prozesse gibt Lebensmittel- und Getränkeunternehmen wie Ihrem die erforderlichen Mittel an die Hand, um aktuelle und zukünftige Vorschriften einzuhalten – so sichern Sie sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber langsameren Mitbewerbern und können die steigenden Erwartungen Ihrer Kunden erfüllen.
Wir haben diese Idee anhand einer weltweiten Umfrage unter 500 Entscheidungsträgern aus der Lebensmittel- und Getränkebranche genauer untersucht. Dabei konnten wir vier Faktoren für die Entstehung von Mehrwert ermitteln, die aufzeigen, wie die produktivsten Lebensmittel- und Getränkeunternehmen weltweit den technologischen Vorsprung nutzen, um neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu erschließen.
Laden Sie noch heute unseren Bericht herunter, um zu erfahren, wie sich Ihr Unternehmen seine Position als Branchenführer sichern kann.
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