Berlin, 27. Februar 2026: Die Krankenhausreform fordert die Konsolidierung im Markt. Ob Kooperation, Fusion oder Schließung: In der Krankenhauslandschaft wird kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Mit welchen strategischen Maßnahmen schaffen Verantwortliche angesichts dieser Dynamik eine tragfähige Basis für ihr Haus?
Eine Rekorddynamik zeigen die Daten des f&w-Curacon-Fusionsradars 2024/25. Mit einer deutlichen Zunahme von Fusionen und Kooperationen – einem Allzeithoch mit 108 Meldungen im ersten Halbjahr 2025 – streben die Krankenhäuser danach, den Anforderungen der Reform gerecht zu werden. Die Neuaufstellung des Leistungsportfolios und eine stärkere Vernetzung der Versorgung in der Region zählen hier zu den Treibern. Hinzu kommt, dass fast 60 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser ihre Situation im Sommer 2025 als schlecht oder sehr schlecht bewerteten.
NRW als Beispiel
Neben „klassischen“ Fusionen zeigen sich vermehrt neue Formen der Zusammenarbeit, mit denen Klinikstandorte und Leistungsangebote gebündelt werden. Nordrhein-Westfalen – weitenteils als Blaupause in der Reform verstanden, zeigt als Vorreiter – wie die Krankenhausplanung zu signifikanten Strukturveränderungen mit Zusammenlegung und auch Schließung von Kliniken führt. Eine neue Regelung im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (§ 186a GWB) erleichtert Fusionen, indem sie die kartellrechtliche Kontrolle bei Krankenhauszusammenschlüssen anpasst.
IT-Integration vorausplanen
Ein kritischer Faktor, der im Kontext von Fusionen oft unterschätzt wird, ist die IT-Integration. Während finanzielle und strukturelle Aspekte einer Fusion im Vordergrund stehen, führen heterogene IT-Landschaften – wie unterschiedliche KIS und Subsysteme, IT-unterstützte klinische und administrative Arbeitsabläufe sowie IT-Infrastrukturen – im Verlauf von Neuaufstellungen häufig zu erheblichen Verzögerungen, Kostensteigerungen und operativen Risiken. Datensouveränität bietet hier den Schlüssel.
Wer IT-Integration bereits zu Beginn einer Fusion tragfähig vorbereitet, vermindert Risiken und Aufwand.
- Patientenversorgung: ineffiziente Arbeitsabläufen verlängern die Behandlungszeit bzw. beeinträchtigen die Qualität der Versorgung durch fehlende Informationen.
- Komplexität: Das Zusammenführen verschiedener KIS, Subsysteme und administrativer Systeme ist technisch anspruchsvoll.
- Datensicherheit und Cybersecurity: Bei Fusionen entstehen Sicherheitslücken, da veraltete Systeme integriert werden müssen, eine offene Flanke für Cyberangriffe schafft.
- Unterschätzte Kosten und Zeit: Oft werden die Kosten für die IT-Harmonisierung zu niedrig angesetzt, was den Realisierungszeitraum von erhofften Synergien verlängert.
- Mitarbeiterakzeptanz: Wenn neue IT-Systeme nicht nahtlos in die gewohnten klinischen Abläufe passen, führt dies zu Frustration, Arbeitsineffizienz und erhöhtem Burnout-Risiko beim Personal.
Datensouveränität schafft die nötigen Grundlagen
Wie können sich Verantwortliche angemessen auf die IT-Integration vorbereiten? Ausschlaggebend ist das Einrichten einer Datenlayer. Die Bezeichnungen Clinical Data Repository (CDR) und Interoperabilitätsplattform (IOP) zielen darauf, Behandlungsdaten auf Basis des FHIR-Standards und der IHE-Prozessprofile interoperabel verfügbar zu machen – für die Nutzung in unterschiedlichsten Systemen und in heterogenen Landschaften.
So lassen sich die Datenplattformen erstellen: Kommunikationsserver holen die Daten aus dem jeweiligen System und leiten sie an IOP und CDR weiter. Lösungen von Infor wie Cloverleaf transformieren die Daten auch, unter Einsatz von FHIR Bridge, erfolgreich nach FHIR und ergänzen sie mit wertvollen Informationen. In FHIR-Repositories – IOPs, CDRs – werden sie daraufhin für die Nutzung verfügbar gemacht.
Erfolgsbeispiel
Eine große deutsche Klinikgruppe arbeitet bereits mit diesem Ansatz, um die Dynamik von Akquisitionen – mit der Notwendigkeit, Systeme zu integrieren – abzufedern. Nicht nur dieses Beispiel zeigt: Die Einrichtung einer Datenlayer reduziert Risiken und Aufwand. Sie beschleunigt die Einbindung von Häusern bzw. Leistungskooperationen bzw. macht Leistungserbringer attraktiver als Partner. Datensouveräne Häuser sind in der strukturellen Transformation der Leistungserbringung robust aufgestellt.
Der Weg zu Datensouveränität und IT-Integration
Die Aufbewahrung von Behandlungsdaten laut Compliancevorgaben ist eine kostspielige Herausforderung. Dies gilt insbesondere im Kontext einer Fusion, wenn mehrere Legacy-Systeme betriebsbereit bleiben müssen. Eine FHIR-basierte Archivierungslösung, die den Cloverleaf FHIR Server nutzt, bietet einen standardisierten, skalierbaren und kostengünstigen Ansatz, um Anforderungen zu erfüllen und zugleich Betriebskosten zu senken.
Erste Schritte:
- Führen Sie eine detaillierte Bewertung der aktuellen Altsysteme und Datenformate durch.
- Entwickeln Sie eine Strategie zur Datenextraktion und -zuordnung, die auf die FHIR-Ressourcenmodelle abgestimmt ist.
- Testen Sie die Archivierungslösung mit ausgewählten Patientenakten.
- Führen Sie die FHIR-Viewer-Schnittstelle mit maßgeschneiderten Zugriffskontrollen ein.
- Erweitern Sie die Archivierungsabdeckung im gesamten Unternehmen und nehmen Sie Altsysteme außer Betrieb.
Dank dieser Lösung und mit Unterstützung ihres Cloverleaf-Dienstleisters können Leistungserbringer die gesetzlichen Vorschriften einhalten, Kosten reduzieren und ihren Datenschatz sicher und interoperabel erschließen.
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