Was ist Industrie 4.0 im Vergleich zu Industrie 5.0?
Industrie 4.0 im Vergleich zu Industrie 5.0 hebt den Wandel von vernetzter, intelligenter Automatisierung hin zu Fertigungsmodellen hervor, bei denen Menschen, Resilienz und Nachhaltigkeit stärker im Vordergrund stehen.
Industrie 4.0 und Industrie 5.0 beschreiben zwei unterschiedliche Momente in der Entwicklung der Fertigung. Industrie 4.0 konzentriert sich auf den Aufbau eines digital vernetzten Betriebs – mit Daten, Automatisierung und intelligenten Systemen, um Transparenz, Koordination und Kontrolle zu verbessern. Industrie 5.0 baut auf dieser technischen Grundlage auf, verlagert aber den Schwerpunkt auf Menschen, Resilienz und Nachhaltigkeit. Es geht nicht nur darum, wie Werke intelligenter betrieben werden können, sondern auch darum, wie digitale Fähigkeiten die menschliche Expertise besser unterstützen, sich an Störungen anpassen und den industriellen Fortschritt an breiteren gesellschaftlichen Zielen ausrichten können. Diesen Unterschied zu verstehen hilft bei der Klärung, wohin die digitale Transformation geht und was Fertigungsunternehmen als nächstes leisten müssen.
Was sind die fünf industriellen Revolutionen?
Diese historischen Epochen bei der Fertigung zeichnen sich durch den „revolutionären“ Charakter der Technologien und Innovationen aus, die sie geprägt haben.
Erste industrielle Revolution: Dampf
1760er-Jahre bis Mitte 19. Jahrhundert (Höhepunkt um 1840). Die Dampfkraft entwickelte sich durch Fortschritte bei der Stahlbearbeitung und beim Maschinenbau weiter. Dampf lieferte bislang nicht verfügbare Mengen an mechanischer Energie, wodurch sich die Industrie entwickeln und ausweiten konnte – in einem enorm beschleunigten Tempo.
Zweite industrielle Revolution: Elektrifizierung und Massenproduktion
1870er Jahre bis Anfang des 20. Jahrhunderts (Höhepunkt um 1914). Die elektrische Energie ermöglichte den Bau von präzisen, steuerbaren Maschinen und die Planung von flexiblen Werksanordnungen. So entstehen die Fließbänder. Dies unterstützte die Produktion von einheitlichen, austauschbaren Teilen und ermöglichte die Organisation der Arbeit in wiederholbaren Prozessen, die große Mengen zu geringeren Kosten lieferten.
Dritte industrielle Revolution: Automatisierung und Computerisierung
1950er- bis Anfang 2000er-Jahre (Höhepunkt um 2000). Elektronik, speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und frühe Rechensysteme brachten die automatisierte Steuerung in die Produktion. Wiederkehrende Aufgaben, Berechnungen und Überwachung wurden von manuellen Routinen zu programmierbarer Logik und digitalen Schnittstellen verschoben.
Vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0): Konnektivität und KI
2010er bis heute (derzeit ausreifend). Dies ist der Aufstieg der Smart Factory – in der digitale Systeme vernetzt wurden und Maschinen, Sensoren, Software und Systeme begannen, Daten in Echtzeit auszutauschen. Automatisierung und Analytik wurden immer fortschrittlicher und Fabriken bekamen die Fähigkeit, Veränderungen vorherzusagen, zu erkennen und darauf zu reagieren.
Fünfte industrielle Revolution (Industrie 5.0): Mensch im Mittelpunkt, resilient
Ende der 2010er-Jahre und später (derzeit aufstrebend und reifend). Eine Verlagerung des Schwerpunkts von der Technologie hin zur Mensch-Maschine-Zusammenarbeit. Industrie 5.0 betont Urteilsvermögen und Entscheidungsfindung durch den Menschen, Nachhaltigkeit und Resilienz – indem alle fortschrittlichen 4.0-Tools auf eine Weise genutzt werden, die Menschen, Anpassungsfähigkeit und langfristigen Wert unterstützt.